2012/01: Kein Rechts(extremer) Walzer im Grazer Congress…

…nicht in der Hofburg und auch sonst nirgendwo!
Protestaktion im Grazer Gemeinderat gegen den „Akademikerball“ am 21.1.

Am 21.1.2012 fand zum 60. Mal im Grazer Congress der sog. „Akademikerball“ statt, der Ball des Grazer Korporationsrings, den die deutschnationalen Corps und Burschenschaften organisieren. Doch während es am Wiener Pendant, dem WKR-Ball, bereits breite öffentliche Kritik gibt, wird der Grazer „Akademikerball“ noch immer als unpolitisches Event verharmlost,  von den politischen Parteien – wenn nicht besucht – so jedenfalls verschwiegen und von den lokalen Medien kritiklos als z.B. „Ball der Superlative“ bejubelt. Dass mit den „Freiheitlichen Akademikerverbänden“ , den Herausgebern der rechtsextremen „Aula“, massiv rassistische und antisemitische Organisationen als Partner bei der Ballorganisation auftreten, hat bisher an dieser hofierenden Berichterstattung nichts geändert.
Den Gemeinderat am 19.1. nutzte daher eine Gruppe von AntifaschistInnen aus verschiedenen Zusammenhängen, um der Kritik  öffentlichen Raum zu verschaffen. Sie entrollten auf der Zuschauertribüne  Transparente gegen den „Akademikerball“, sowie gegen Sexismus und Nationalismus, und warfen Flugblätter in den Gemeinderatssaal.

Die Reaktion des Gemeinderats war leider bezeichnend (einzelne  GemeinderätInnen ausgenommen, die etwa durch ihre Anwesenheit bei den AktivistInnen danach für Schutz vor Übergriffen sorgten): „Das ist Extremismus“, rief Bürgermeister Nagl hinauf und kündigte an, die Sicherheitsvorkehrungen zu verschärfen. Einige Gemeinderäte beschwerten sich lautstark, wo die Security bleibe, die völlig überfordert versuchte, die Aktion zu stoppen (hilflose Antwort eines Securitiy: „Die Security ist eh da, aber sie hat keine Macht!“). Andere LokalpolitikerInnen riefen unter dem begeisterten Beifall ihrer KollegInnen nach der Polizei. Schließlich gelang es dem Sicherheitsdienst, die AktivistInnen hinauszudrängen. Obwohl Polizeistreifen sofort mit Hilfe von Personenbeschreibungen in der Innenstadt nach den TeilnehmerInnen fahndete, konnten die meisten  den Personalienfeststellungen entgehen.

Hier das Flugblatt zum Nachlesen: