2005/05 (Kleine Zeitung): Geschäft mit Hitler

Vielleicht ist es nicht strafbar, über „Denkverbote“ zu klagen, „die das unterworfene deutsche Volk an seiner Wiedererhebung hindern“. Nach einer Anzeige muss jetzt ohnehin das Gericht entscheiden.
Sicher ist aber eine Auseinandersetzung mit dem Leopold Stocker Verlag angebracht, der eine Anzahl von Büchern und eine Zeitschrift herausbringt, deren Inhalt oft kritische Distanz zum Nationalsozialismus zumindest vermissen lassen. Der Verlagchef rechtfertigt das damit, dass die öffentliche Diskussion über die Nazizeit „stark aufklärt“ und dass dabei die „Opfer der Deutschen zu kurz kommen“. Und – ganz properer Geschäftsmann – räumt er ein:“Hitlerbücher verkaufen sich gut.“
Unsere Demokratie hält soche Firmen und ihre Chefs leicht aus. Warum ein Verbreiter solchen Gedankenguts aber eine Auszeichnung führen soll, das steirische Landeswappen zu führen, darf hinterfragt werden.
Der Verlag soll sich irgendeinen Vogel vom „deutschen Volk“ holen, aber den steirischen Panther in Ruhe lassen.

Johannes Kübeck

Kleine Zeitung, 18. Mai 2005