2005/01: Rechtsextreme haben ihren Verlag

Im Leopold Stocker Verlag erscheinen Bücher von antisemitischen, rassistischen und rechtsextremen AutorInnen. Unmittelbar nach 1945 verlegte der damalige Besitzer, Leopold Stocker, die Werke ehemaliger NS-SchriftstellerInnen, die nach dem Ende des Nazi-Regimes „verlegerisch heimatlos“ geworden waren (Zitat aus Stocker Verlag).
Seit den 80er Jahren werden AutorInnen verlegt wie: der Rechtsextremist Andreas Mölzer, Otto Scrinzi (bekannt für sein Zitat „Ich war immer rechts, auch in der NSDAP), der katholische Fundamentalist und Antisemit Friedrich Romig, Caspar von Schrenck-Notzing, ein deutscher Rechtsextremist und Kämpfer gegen die „Umerziehung des deutschen Volkes“, David Irving, der den Holocaust als eine „Legende“ bezeichnet und Auschwitz als eine Attrappe, oder der rassistische Verhaltensforscher Irenäus Eibl-Eibesfeldt.
Der in der Hofgasse 5 ansässige Stocker Verlag bewirbt geschichtsrevisionistische Bücher als „überzeugendes Material“ und inseriert in rechtsextremen Medien. Der jetzige Geschäftsführer, Wolfgang Dvorak-Stocker, publiziert in der „Aula“, die wegen einer Verurteilung nach dem Verbotsgesetz und rassistischer Hetze zweifelhafte Berühmtheit erlangte. Seit einigen Jahren gibt der Stocker Verlag selbst eine Zeitung heraus, die „Neue Ordnung“, in der einschlägig bekannte AutorInnen rassistisches und antisemitisches Gedankengut verbreiten dürfen.
Von rechtsextremen Organisationen erhielt die jetzige Senior-Chefi n Ilse Dvorak-Stocker verschiedene Auszeichnungen, aber auch von der Republik Österreich – mit dem Goldenen Ehrenzeichen 2002. Das Land Steiermark ehrte den Verlag ebenfalls: Seit 1992 darf er das steirische Landeswappen führen.

enterhaken N°01, Jänner 05