2007/12: Stocker-Verlag zieht Prozess weiter in die Länge

Im März 2007 hatte der Leopold Stocker Verlag erneut wegen angeblicher Veröffentlichungen von Mayday 2000 geklagt. Es war dies insgesamt bereits die dritte Klage, mit der das Rechtsaußen-Unternehmen versuchte, gegen die Gruppe wegen ihrer Kritik an seiner Verlagspolitik vorzugehen. Im jetzigen Verfahren gegen den Provider, der Mayday Webspace zur Verfügung gestellt hatte, zeigte sich jedoch, dass der Text, deretwegen der Verlag klagte, nie auf der Homepage veröffentlicht worden, sondern nur als Mail verschickt worden war. Damit hätte die Klage definitiv den Falschen getroffen.

Die Reaktion des Stocker Verlags war bezeichnend: Kurz vor Ende der Beweisaufnahme legte er zwei weitere Flugblätter vor, die nun tatsächlich auf der Homepage von Mayday zu finden sind. Diesmal beklagt er, dass wir einen rechtsextremen Autor, der bis 2001 vom Stocker Verlag betreut wurde, darin als Beispiel für seine Verlagspolitik „seit den 80er Jahren“ erwähnen, ohne den Zusatz hinzuzufügen, dass besagter Rechtsextremist seit eben 2001 nicht mehr bei Stocker erscheint. Dazu muss noch gesagt werden, dass diese Flugblätter bereits 2004 verfasst wurden und schon Gegenstand der allerersten Klage des Verlags 2005 waren, der damals nichts an dieser Formulierung auszusetzen hatte.

Doch dem Unternehmen geht es wohl längst nicht mehr um seinen Ruf, sondern – so drängt sich der Verdacht zumindest auf – nur mehr darum, eine Gruppe, die diesen Ruf öffentlich in Frage stellte, mit teuren Prozessen finanziell zu schädigen und zu zermürben.

MayDay Graz, Graz, 18.12.2007