2012/04: Wotan 88 – ein steirischer Kamerad

Wotan 88 stellt sich vor

––––––– Ein weiteres Mitglied des Kreises um die oststeirischen Neonazis Gerhard Taschner und Markus Liendl trat während des Neonaziprozesses im März/April 2012 in Erscheinung: Daniel Polzhofer, jetzt in Graz wohnhaft. Er fiel während des Verfahrens auf, weil er im Publikum relativ unbeholfen versuchte, Gespräche der JournalistInnen mitzuhören, ständig mit der Neonazi-Gruppe zusammensteckte und das Bedürfnis hatte, einem antifaschistischen Aktivisten mitzuteilen, dass „sie überall seien“.

Polzhofer war jahrelang auf Facebook und MySpace unterwegs, wo er sich mit dem Ziel anmeldete „aufrechte Menschen für sinnvolle Freizeitgestaltung“ kennenzulernen – ein Wunsch, der sich offenbar mit den Neonazis Taschner und Liendl erfüllte. Jedenfalls geht aus den Mitteilungen, die die drei Kameraden austauschten, ein reger Kontakt hervor. Ob sich diese Zusammentreffen auf private Wanderungen oder das Verbreiten neonazistischer Aufkleber bezogen, das zu jener Zeit in der Oststeiermark im Gang war, entzieht sich der Kenntnis des enterhakens.

Polzhofers Name taucht auch in der Liste der KundInnen des Onlineversandshops von Thor Steinar auf, den AktivistInnen des Chaos Computer Clubs 2009 hackten. Die Email-Adresse, die er dort angab: wotan88@gmx.at.

Während des Prozesses – aus welchem Grund auch immer – ist Polzhofer abgetaucht: Sein MySpace-Konto ist gelöscht, sein Facebook-Account gesäubert.

Polzhofer auf Facebook 2010
Taschner (Gerhard) und Liendl (MeXX) auf der Seite von Polzhofer
Mitteilung von Gerhard Taschner an Polzhofer nach der Hausdurchsuchung am 16.7.2009