2010/03: Steirische FPÖ und Neonazis

Information zu den Vorfällen der letzten Tage

Ein Schlägertrupp, dem ein bekannter Neonazi und ein hoher RFJ-Funktionär angehörten – es war nur einer von mehreren, bekannt gewordenen Vorfällen in der Steiermark, bei denen FPÖlerInnen und Neonazis zusammen auftraten. Wir veröffentlichen hiermit jene Details zu den beteiligten Personen, die in den Medien kaum publiziert wurden.

Am 10. Bzw. 11. März veröffentlichten „Der Standard“ und „Kleine Zeitung“ einen Bericht über einen Vorfall im Grazer Lokal „Zeppelin“: Rechtsextreme hatten Ende Jänner 2010 eine Geburtsfeier gestört, mit „Heil Hitler“ gegrüßt, das Horst-Wessel-Lied gesungen, und schließlich BesucherInnen niedergeschlagen und teilweise schwer verletzt.

Die Mitglieder dieser rechtsextremen Truppe wurden gefasst und wegen Körperverletzung und Wiederbetätigung angezeigt. Einige Angezeigte seien Mitglieder des „Rings Freiheitlicher Jugend“, hieß es danach sehr vage. Doch die FPÖ, um Ausreden noch nie verlegen, dementierte sofort: Jene, die tatsächlich einmal dem RFJ nahegestanden hatten, seien „längst“ ausgeschlossen worden, so der Grazer Klubobmann Armin Sippel . Nur „Der Standard“ wagte es, nähere Details zu den agierenden Personen zu berichten, dabei belegen gerade die Namen eine mehr als brisante Verbindung von Parteijugend und militanter Neonazi-Szene:

Zu den Angezeigten zählen Stefan Juritz, Bezirksobmann des RFJ Deutschlandsberg, Richard Pflingst, ehemaliger Funktionär des RFJ Graz, und der oststeirische Kickboxer Gerhard Taschner. Taschner bewegt sich im Umfeld der Führungsfiguren der neonazistischen Szene: Im Internet stellt er seine Weltanschauung offen zur Schau, grüßt mit „Heil dir“, wünscht „allen Deutschen Volksgenossen Heil Sonnwend“, wirbt mit „Rassismus ist gesunder Volkserhaltungstrieb“ und definiert sich selbst als „politischer Soldat“. Als Lieblingsmusik nennt Taschner die neonazistischen Liedermacher Frank Rennicke und Michael Müller („Bei 6 Millionen Juden da fängt der Spaß erst an / bis 6 Millionen Juden da bleibt der Ofen an / wir haben reichlich Zyklon B…“) oder die verbotene deutsche Band „Landser“ („Adolf Hitler unser Führer unser Held“). Taschners Beteiligung an zentralen Neonazi-Aktivitäten der letzten Jahre ist hinlänglich dokumentiert, u.a. war er 2007 zusammen mit dem ehemaligen VAPO-Gründer Gottfried Küssel beim Fest des neonazistischen „Bundes freier Jugend“ (BFJ) anwesend. Seine Fotos von informellen Gedenkfeiern, zu denen er ganz offenbar Zugang hat, zeigen auch den Fürstenfelder Neonazi Franz Radl. Küssel und Radl können als zentrale Figuren der österreichischen Neonazis bezeichnet werden.Und ausgerechnet mit diesem Taschner wird ein Noch-Immer-hoher Funktionär des RFJ, Stefan Juritz, wegen einer Prügelei und neonazistischer Parolen in einem Grazer Lokal angezeigt. Juritz war 2007 durch eine Aussendung aufgefallen, in der er die Abschaffung des Verbotsgesetzes forderte und wegen Wiederbetätigung angeklagte BFJ-Kader verteidigte. 2007 nahmen Juritz und Richard Pfingstl am selben BJF-Fest wie Taschner und Küssel teil. Ihre Aktivität in der Neonazi-Szene hatte keine Konsequenzen. Nur Richard Pfingstl flog 2009 aus dem Vorstand des RFJ, aber nicht wegen Neonazismus, sondern weil er in sichtlich unzurechnungsfähigem Zustand eigenmächtig eine allzu peinliche Presseaussendung verschickt hatte. Von einer Absetzung von Stefan Juritz ist jedoch bis heute nichts bekannt.

Wenn daher der Klubobmann der Grazer FPÖ, Armin Sippel, den Vorfall im „Zeppelin“ mit der Bemerkung abtut, alle Beteiligten seien längst aus dem RFJ ausgeschlossen worden, so lügt entweder er – oder die Homepage des RFJ, auf der Juritz noch immer als Bezirksobmann grüßt. Sippel ist übrigens in derselben Burschenschaft wie Juritz, in der Germania im CDC, korporiert, und hat 2004 selbst beim neonazistischen Aufruhr-Versand ein Hemd mit der Aufschrift „Germania – 88“ (88, Code für Heil Hitler) bestellt.

Unter dem Schutz und innerhalb der Strukturen von RFJ und FPÖ organisiert sich die Neonazi-Szene: Denn, um es klipp und klar zu sagen, Juritz und Pfingstl wurden nicht mit einem irgendeinem pubertierenden jugendlichen Neonazi beim Prügeln erwischt und 2007 in Gesellschaft von Küssel fotografiert, sondern mit einem, der zum harten Kern der Neonazi-Szene gehört.

Zugleich wurden in diesen Tagen weitere Vorfälle bekannt: Die Jugendreferentin der freiheitlichen Ortsgruppe Mariazeller Land, Silvana Wallmann, betreibt ein Lokal, in dem 2007 ein Neonazi-Konzert stattfand. Auf der Homepage dieses Lokals posierten Jugendliche in Neonazi-Fankleidung und mit Hitlergruß. Jahrelang geht das offenbar schon so, und niemanden regt es auf, nicht die Polizei, nicht die auch für Jugendschutz zuständige BH Bruck, und schon gar nicht den Herrn Gerhard Kurzmann, der ebenfalls seinen Auftritt in Wallmans Bar hatte.

Der FPÖ-Spitzenkandidat für St. Sebastian, Hans Ploderer, kommt aus der neonazistischen Skinhead-Szene, der stellv. Schriftführer der Ortsgruppe Mariazeller Land trägt eine 88 im Lorbeerkranz auf seiner Jacke. So ungeniert demonstrierte diese lokale FPÖ ihre Verbundenheit mit dem Neonazismus, dass ein Klick von der offiziellen Facebook-Seite der örtlichen FPÖ direkt auf das Portrait ihres Funktionärs mit der 88-Kleidung führte!

Zuletzt machte die FPÖ Fürstenfeld von sich reden: Ihr regionaler Spitzenkandidat, Markus Gruber, war noch 2005 die Nummer 2 auf der Liste des Langzeit-Neonazi Franz Radl. Dies erklärt vermutlich, warum Franz Radl bei einer Sitzung der Ortsgruppe mit „Heil Hitler“ begrüßt wurde, was im Februar durch den Protest und Austritt eines FPÖ-Funktionärs bekannt geworden war.

Das ist die Partei, die weder die steirische ÖVP noch die steirische SPÖ als politische PartnerInnen ausschließen wollen, das ist die Partei, der mensch noch die dümmsten Ausreden durchgehen lässt, das ist die Partei, der kaum eine Zeitung offen ins Gesicht schreibt: Das sind Neonazis (nicht Rechte, nicht Rechtsextreme, sondern Nazis) in euren Reihen…

Wer am Sonntag FPÖ wählt, wählt die Neonazi-Szene mit!

Quellen: Der Standard online vom 10.3.2009, Internet-Auftritte von G. Taschner, PA des RFJ Deutschlandsberg vom April 2007, PA von R. Pfingstl vom 27.1.2009, Fotos vom BFJ-Fest 2007, Fotos der Germania im CDC, Bestellliste des „Aufruhr-Versands“, Internetauftritte von S. Wallmann, der Silvanabar und der FPÖ Mariazellerland, Fotos vom Neonazi-Konzert 2007 und von den SHS (Hammerskins Steiermark), Der Standard online am 15.3.2010.

Ein Schlägertrupp, dem ein bekannter Neonazi und ein hoher RFJ-Funktionär angehörten – es war nur einer von mehreren, bekannt gewordenen Vorfällen in der Steiermark, bei denen FPÖlerInnen und Neonazis zusammen auftraten. Wir veröffentlichen hiermit jene Details zu den beteiligten Personen, die in den Medien kaum publiziert wurden. 

Am 10. Bzw. 11. März veröffentlichten "Der Standard" und "Kleine Zeitung" einen Bericht über einen Vorfall im Grazer Lokal "Zeppelin": Rechtsextreme hatten Ende Jänner 2010 eine Geburtsfeier gestört, mit "Heil Hitler" gegrüßt, das Horst-Wessel-Lied gesungen, und schließlich BesucherInnen niedergeschlagen und teilweise schwer verletzt. 
Die Mitglieder dieser rechtsextremen Truppe wurden gefasst und wegen Körperverletzung und Wiederbetätigung angezeigt. Einige Angezeigte seien Mitglieder des "Rings Freiheitlicher Jugend", hieß es danach sehr vage. Doch die FPÖ, um Ausreden noch nie verlegen, dementierte sofort: Jene, die tatsächlich einmal dem RFJ nahegestanden hatten, seien "längst" ausgeschlossen worden, so der Grazer Klubobmann Armin Sippel . Nur "Der Standard" wagte es, nähere Details zu den agierenden Personen zu berichten, dabei belegen gerade die Namen eine mehr als brisante Verbindung von Parteijugend und militanter Neonazi-Szene:

Zu den Angezeigten zählen Stefan Juritz, Bezirksobmann des RFJ Deutschlandsberg, Richard Pflingst, ehemaliger Funktionär des RFJ Graz, und der oststeirische Kickboxer Gerhard Taschner. Taschner bewegt sich im Umfeld der Führungsfiguren der neonazistischen Szene: Im Internet stellt er seine Weltanschauung offen zur Schau, grüßt mit "Heil dir", wünscht "allen Deutschen Volksgenossen Heil Sonnwend", wirbt mit "Rassismus ist gesunder Volkserhaltungstrieb" und definiert sich selbst als "politischer Soldat". Als Lieblingsmusik nennt Taschner die neonazistischen Liedermacher Frank Rennicke und Michael Müller ("Bei 6 Millionen Juden da fängt der Spaß erst an / bis 6 Millionen Juden da bleibt der Ofen an / wir haben reichlich Zyklon B…") oder die verbotene deutsche Band "Landser" ("Adolf Hitler unser Führer unser Held"). Taschners Beteiligung an zentralen Neonazi-Aktivitäten der letzten Jahre ist hinlänglich dokumentiert, u.a. war er 2007 zusammen mit dem ehemaligen VAPO
 -Gründer Gottfried Küssel beim Fest des neonazistischen "Bundes freier Jugend" (BFJ) anwesend. Seine Fotos von informellen Gedenkfeiern, zu denen er ganz offenbar Zugang hat, zeigen auch den Fürstenfelder Neonazi Franz Radl. Küssel und Radl können als zentrale Figuren der österreichischen Neonazis bezeichnet werden.

Und ausgerechnet mit diesem Taschner wird ein Noch-Immer-hoher Funktionär des RFJ, Stefan Juritz, wegen einer Prügelei und neonazistischer Parolen in einem Grazer Lokal angezeigt. Juritz war 2007 durch eine Aussendung aufgefallen, in der er die Abschaffung des Verbotsgesetzes forderte und wegen Wiederbetätigung angeklagte BFJ-Kader verteidigte. 2007 nahmen Juritz und Richard Pfingstl am selben BJF-Fest wie Taschner und Küssel teil. Ihre Aktivität in der Neonazi-Szene hatte keine Konsequenzen. Nur Richard Pfingstl flog 2009 aus dem Vorstand des RFJ, aber nicht wegen Neonazismus, sondern weil er in sichtlich unzurechnungsfähigem Zustand eigenmächtig eine allzu peinliche Presseaussendung verschickt hatte. Von einer Absetzung von Stefan Juritz ist jedoch bis heute nichts bekannt.
Wenn daher der Klubobmann der Grazer FPÖ, Armin Sippel, den Vorfall im "Zeppelin" mit der Bemerkung abtut, alle Beteiligten seien längst aus dem RFJ ausgeschlossen worden, so lügt entweder er - oder die Homepage des RFJ, auf der Juritz noch immer als Bezirksobmann grüßt. Sippel ist übrigens in derselben Burschenschaft wie Juritz, in der Germania im CDC, korporiert, und hat 2004 selbst beim neonazistischen Aufruhr-Versand ein Hemd mit der Aufschrift "Germania – 88" (88, Code für Heil Hitler) bestellt. 

Unter dem Schutz und innerhalb der Strukturen von RFJ und FPÖ organisiert sich die Neonazi-Szene: Denn, um es klipp und klar zu sagen, Juritz und Pfingstl wurden nicht mit einem irgendeinem pubertierenden jugendlichen Neonazi beim Prügeln erwischt und 2007 in Gesellschaft von Küssel fotografiert, sondern mit einem, der zum harten Kern der Neonazi-Szene gehört. 

Zugleich wurden in diesen Tagen weitere Vorfälle bekannt: Die Jugendreferentin der freiheitlichen Ortsgruppe Mariazeller Land, Silvana Wallmann, betreibt ein Lokal, in dem 2007 ein Neonazi-Konzert stattfand. Auf der Homepage dieses Lokals posierten Jugendliche in Neonazi-Fankleidung und mit Hitlergruß. Jahrelang geht das offenbar schon so, und niemanden regt es auf, nicht die Polizei, nicht die auch für Jugendschutz zuständige BH Bruck, und schon gar nicht den Herrn Gerhard Kurzmann, der ebenfalls seinen Auftritt in Wallmans Bar hatte. 

Der FPÖ-Spitzenkandidat für St. Sebastian, Hans Ploderer, kommt aus der neonazistischen Skinhead-Szene, der stellv. Schriftführer der Ortsgruppe Mariazeller Land trägt eine 88 im Lorbeerkranz auf seiner Jacke. So ungeniert demonstrierte diese lokale FPÖ ihre Verbundenheit mit dem Neonazismus, dass ein Klick von der offiziellen Facebook-Seite der örtlichen FPÖ direkt auf das Portrait ihres Funktionärs mit der 88-Kleidung führte!

Zuletzt machte die FPÖ Fürstenfeld von sich reden: Ihr regionaler Spitzenkandidat, Markus Gruber, war noch 2005 die Nummer 2 auf der Liste des Langzeit-Neonazi Franz Radl. Dies erklärt vermutlich, warum Franz Radl bei einer Sitzung der Ortsgruppe mit "Heil Hitler" begrüßt wurde, was im Februar durch den Protest und Austritt eines FPÖ-Funktionärs bekannt geworden war.

Das ist die Partei, die weder die steirische ÖVP noch die steirische SPÖ als politische PartnerInnen ausschließen wollen, das ist die Partei, der mensch noch die dümmsten Ausreden durchgehen lässt, das ist die Partei, der kaum eine Zeitung offen ins Gesicht schreibt: Das sind Neonazis (nicht Rechte, nicht Rechtsextreme, sondern Nazis) in euren Reihen…

Wer am Sonntag FPÖ wählt, wählt die Neonazi-Szene mit!  

Quellen: Der Standard online vom 10.3.2009, Internet-Auftritte von G. Taschner, PA des RFJ Deutschlandsberg vom April 2007, PA von R. Pfingstl vom 27.1.2009, Fotos vom BFJ-Fest 2007, Fotos der Germania im CDC, Bestellliste des "Aufruhr-Versands", Internetauftritte von S. Wallmann, der Silvanabar und der FPÖ Mariazellerland, Fotos vom Neonazi-Konzert 2007 und von den SHS (Hammerskins Steiermark), Der Standard online am 15.3.2010.

 

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